2. Ich gehe los

Mein erster Schritt ohne Versprechen.

Der Schlüssel?

In alten Geschichten heißt es,
die Götter hätten den Schlüssel zum Glück
tief im Inneren des Menschen versteckt.
Dort, wo wir zuletzt suchen.

Wenn das stimmt,
warum finde ich ihn nicht?

Vielleicht beginnt es genau hier.
Mit Fragen,
die keine schnellen Antworten wollen.

Ich konnte vieles benennen.
Muster. Abhängigkeiten. Erwartungen.

Ich wusste genau, wie es „eigentlich“ läuft.
Und trotzdem blieb etwas leer.

Also ich halte inne.
Und eine einfache Frage taucht auf:

Was brauche ich eigentlich?
Und brauche ich überhaupt etwas,
um glücklich zu sein?
Was wäre,
wenn ich weniger bräuchte,
als ich glaube?

Irgendwann merke ich,
dass ich so denke.
Nicht bewusst.
Eher wie etwas,
das schon lange in mir wohnt.

Wenn … Dann.

Und plötzlich ist es nicht mehr nur ein Gedanke.
Sondern etwas, das mein Leben lenkt.

WENN ich mehr Geld habe,
denke ich,
dann wird alles besser.

WENN ich leichter werde
– nur ein paar Kilo weniger –
dann bin ich vielleicht so,
wie ich sein sollte.

WENN ich endlich weiß, wer ich bin,
dann hört das ewige Suchen auf.

WENN … DANN.

Und was,
wenn ich immer nur warte?

Und nun?

Und irgendwann frage ich mich:
Muss das wirklich so bleiben?

Ich merke, wie schnell ich geworden bin.
Kaum Zeit zu fühlen.
Kaum Zeit zu merken,
was das alles mit mir macht.

Ich funktioniere.
Erledige.
Reagiere.
Und versuche, es richtig zu machen.

Und ich frage mich manchmal,
wann ich eigentlich aufgehört habe,
wirklich da zu sein.

Ich suche im Außen nach etwas,
das mir innen fehlt.
Liebe.
Anerkennung.
Sicherheit.

Und wenn ich das alles bekomme –
bin ich dann angekommen?

Noch weiß ich nicht,
wie es anders gehen könnte.
Aber ich spüre:
So will ich nicht weitermachen.

Ich weiß noch nicht,
wie ich dahin komme.
Aber ich merke,
dass ich mir zuhören muss.

Ich halte an.
Nicht lange.
Nur so,
dass ich mich wieder spüre.

Wer bin ich gerade?
Und was von dem, was ich lebe,
fühlt sich nicht mehr nach mir an?

Es beginnt.

Und etwas beginnt.

Nicht geplant.
Nicht vorbereitet.
Eher wie ein erstes Losgehen,
ohne zu wissen,
ob es überhaupt einen Weg gibt.

Ich merke nur:
Stillstehen geht nicht mehr.

Also gehe ich los.
Nicht, weil ich weiß, wohin.
Weil ich so nicht bleiben will.

Ob sich das lohnt?

Im Moment wünsche ich mir nur:
weniger funktionieren,
mehr leben.

Mir selbst wieder Raum geben.
Zum Fühlen.
Zum Spüren.
Zum Sein.
So, wie ich bin.

Wie das geht,
weiß ich noch nicht.

Aber ich habe aufgehört,
darauf zu warten,
dass es mir jemand erklärt.

Ich gehe los.
Schritt für Schritt.

Und das ist genug
für den Anfang.