Willkommen zurück – Willkommen bei mir.


Ich war nicht weg.
Ich war still.
Ich war eine Weile verschwunden.
Aber nicht verloren.
Ich war leise.
Aber nicht weg.
Ich habe geatmet, geheilt, mich neu gespürt.
Und jetzt bin ich zurück.
Klarer. Weicher. Stärker.
Ich nehme wieder Platz ein.
In meinem Leben. In meiner Stimme.
In meinem Licht.
Willkommen zurück – Willkommen bei mir.

Zwischen Stille und Neubeginn.
Im letzten Beitrag ging es um Dankbarkeit.
Und um das, was bleibt, wenn ich wirklich hinschaue.
Doch bevor ich überhaupt etwas sehen konnte,
musste ich erst einmal treiben.
Ich musste still werden.
Denn ich spürte:
Ich drehe mich im Kreis.
Und ich merkte:
Ausweg braucht keinen Schritt.
Nur einen Atemzug.
Einen Moment der Leere,
aus dem langsam wieder etwas wachsen darf.
In den letzten Monaten habe ich genau das erlebt.
Ich habe mich verloren – und langsam wiedergefunden.
Nicht im Außen.
Nicht durch etwas.
In mir.

Wenn das Leben plötzlich nicht mehr passt.
Es gab einen Moment, da war alles zu viel.
Zu laut. Zu schnell.
Zu bedeutungslos.
Und inmitten all dessen blieb meine Welt einfach stehen.
Kein Vor, kein Zurück – nur Unruhe.
Nach dem Abschied eines geliebten Menschen
wollte etwas in mir langsamer werden.
Weg vom Tun. Hin zu mir.
Ich habe mich zurückgezogen.
Nicht weil ich aufgegeben habe.
Weil ich mich wieder hören wollte,
wenn alles andere schweigt.
Es gibt Zeiten, da wirkt das Leben
wie eine Landkarte ohne Wege.
Ich wusste nicht, wo oben und wo unten ist,
wo es hingeht – oder wo ich überhaupt stehe.
Es gibt Zeiten, da fühle ich:
Das, was ich lebe, passt nicht mehr zu mir.
Irgendetwas stimmt nicht – ich kann es nicht greifen.
Und dennoch spüre ich es.
Ich verliere das Gefühl von Richtung.
Nicht weil ich versagt habe –
weil sich etwas in mir verändern will.
Doch wie soll ich einen neuen Weg gehen,
wenn ich noch nicht weiß, wohin?
Vielleicht beginnt alles mit dem Mut,
genau dort stehenzubleiben.
In diesem Nebel.
Und auf die ersten leisen Antworten warten.

Die Weisheit im Rückzug.
Manchmal ist das Verlorensein gar kein Irrtum.
Sondern ein sanfter Ruf: Loslassen.
Nicht nur Pläne oder To-do-Listen.
Auch die Bilder, wie wir zu sein glauben.
Ich muss nicht alle Antworten kennen.
Nur langsamer werden.
Die Kontrolle ein Stück abgeben,
um Raum zu schaffen
für das, was entstehen will.
Vielleicht kommt die Richtung nicht von außen.
Vielleicht wächst sie in mir heran.
Vielleicht erkenne ich sie erst,
wenn ich aufhöre, nach ihr zu suchen.

Zeile für Zeile zurück ins Leben.
Nach vielen Wochen des Rückzugs spürte ich: Es ist Zeit.
Nicht für den großen Masterplan.
Nicht für perfekte Ziele.
Nur für einen einzigen, kleinen Schritt: zurück zum Schreiben.
Ich erinnerte mich daran, wie sehr Worte mich tragen.
Wie viel Klarheit im Ausdruck liegt.
Wie heilsam es ist, wieder eine Stimme zu haben.
Meine Stimme.
Ich wusste: Ich bin nicht mehr dieselbe.
Aber ich bin da.
Echter. Klarer.
Und bereit, neu zu beginnen.
Ich schreibe, um zu verstehen.
Ich schreibe, um zu fühlen.
Ich schreibe, um wieder in Kontakt mit mir zu kommen.
Nicht weil ich muss – weil ich darf.
Weil ich es mir erlaube.
Weil Worte mein Weg sind.
Und ich begreife:
Es geht nicht darum, alles zu wissen.
Es geht darum, sich wieder in Bewegung zu setzen.









